Hamburg lässt mehr Autos abschleppen – Stadtkasse klingelt

 

Knöllchen brachten der Stadt Hamburg bis Ende Juni dieses Jahres schon 10,2 Millionen Euro ein. 9.168 Fahrzeuge wurden in den ersten sechs Monaten in die Verwahrstelle abgeschleppt.
Während im gesamten Jahr 2015 „nur“ 16.941 Fahrzeuge in die „Zentrale Fahrzeugverwahrstelle“ in den Ausschläger Weg in Hamburg-Mitte abgeschleppt wurden, waren im ersten Halbjahr dieses Jahres bereits 9.168. Das berichtet das Hamburger Abendblatt.
Im selben Zeitraum klingelten außerdem allein 10,2 Millionen Euro an Verwarngeldern und Bußgeldern in die Kasse der Hansestadt – die von Parksündern gezahlt wurden. Zum Vergleich: Während des gesamten Jahres 2015 wurden 17,3 Millionen Euro von Parksündern kassiert.
Mit diesen Zahlen beantwortete der Hamburger Senat eine schriftliche Kleine Anfrage des Verkehrsexperten Dennis Thering (CDU). Der kommentiert gegenüber dem Hamburger Abendblatt: „Die Einnahmen steuern auf einen neuen Rekordwert zu“. Zugleich stellte Thering fest, dass es richtig sei, wenn durch das konsequente Abschleppen der Zweite-Reihe-Parker die Verkehrssicherheit und der Verkehrsfluss verbessert würden.“ Allerdings betonte er, dass das Abschleppen ausschließlich der Herstellung von Sicherheit und Ordnung dienen, aber keine Goldgrube für den Senat darstellen solle.“

 

Parkraummanagement vervielfacht Mitarbeiterzahl

 

Wie kommt’s, dass die Zahl der abschleppten Fahrzeuge und damit auch die Einnahmen so enorm steigen? Auch dafür liefert der Abendblattbericht eine Antwort: Die Zahl der Mitarbeiter des  so genannten Parkraummanagements sei in den vergangenen zwei Jahren von 20 auf 60 Angestellte ausgebaut worden. Bis Ende des Jahres sollen demnach 80 Mitarbeiter in Hamburg unterwegs sein, um Falschparker aufzuschreiben und Knöllchen zu verteilen.

 

Kontrolliert wird neuerdings das gesamte Stadtgebiet

 

Hinzu käme die neue Strategie der Stadt Hamburg, nicht mehr nur im Stadtzentrum nach Parksündern zu jagen, sondern inzwischen im gesamten Stadtgebiet: „Die Kontrollen wurden ausgeweitet. Früher wurde eigentlich nur in der Innenstadt kontrolliert, inzwischen sind unsere Mitarbeiter im gesamten Stadtgebiet unterwegs“, sagt Uwe Thillmann, Sprecher des Landesbetriebes Verkehr, dem Hamburger Abendblatt. Demnach seien vor allem an Brennpunkten in den Stadtteilen Mitarbeiter des Parkraummanagements im Einsatz, zum Beispiel in Eppendorf und Eimsbüttel Thillmann erklärte gegenüber der Zeitung, dass es nicht darum gehe, Autofahrer abzuzocken, sondern eine Parkgerechtigkeit zu schaffen.

 

Autos in den Autoknast abschleppen oder umparken (umsetzen) – beides bringt Millionen

 

Ordentlich Geld verdiene die Stadt laut der Zeitung auch mit dem sogenannten Autoknast. Mit Sicherstellungen von Fahrzeugen habe man im ersten Halbjahr 2016 bereits 1,264 Millionen Euro eingenommen.
Allerdings gehe aus der Antwort auf die Kleine Anfrage des Abgeordneten Thering auch hervor, welche Kosten der Stadt entstünden: Der private Verwahrplatzbetreiber erhalte demnach eine „pauschale Vergütung“ von mehr als 1,1 Millionen Euro pro Jahr. Davon sei in diesem Jahr bereits ein erster Teilbetrag in Höhe von rund 517.000 Euro ausbezahlt worden. Werde ein Fahrzeug in den Autoknast abgeschleppt, könne das bis zu 400 Euro kosten. Günstiger sei dem Abendblatt zufolge das „Umsetzen“ von Autos auf einen anderen Parkplatz. Damit habe die Stadt im ersten Halbjahr mehr als 1,3 Millionen Euro eingenommen.
Die sogenannte Verwahrungsgebühr für normale Pkw bis vier Tonnen betrage laut der Zeitung 83,70 Euro (für die ersten 24 Stunden) und für jede weitere angefangene 24 Stunden kämen zehn weitere Euro drauf. Das Abschleppen koste in Hamburg 120 bis 250 Euro. Die Amtshandlungsgebühr betrage 52,90 Euro. Und Parksünder könnten mit bis zu 35 Euro fürs Parken im Halteverbot und eingeschränkten Halteverbot sowie bis zu 65 Euro fürs Parken in Zufahrten für die Feuerwehr rechnen.
Quelle: http://www.abendblatt.de/hamburg/kommunales/article208151577/Stadt-Hamburg-laesst-mehr-Autos-abschleppen.html