Niedersachsen: Regierungsfraktionen wollen Umzug von Tiny Houses rechtlich vereinfachen

 

Ginge es nach dem Willen der in Niedersachsen regierenden Fraktionen SPD und CDU, soll in dem Bundesland künftig der Umzug sogenannter Minihäuser (Tiny Houses) von Rechts wegen leichter werden, um diese neue Wohnform zu fördern. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung (SZ) und beruft sich dabei auf die Deutsche Presseagentur (dpa) und ihren dpa-Newskanal.

 

Niedersachsens Regierungsfraktionen SPD und CDU wollen es den Bürgern in ihrem Bundesland künftig rechtlich erleichtern, Tiny Houses zu nutzen. Über einen entsprechenden Antrag habe Ende Januar der niedersächsische Landtag beraten, schreibt die Süddeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe.

Was sind Tiny Houses?

Tiny Houses seien demnach kleinere Häuser, die in der Regel aus weniger Räumen als ein klassisches Haus bestünden und daher auch weniger Wohnfläche hätten. Zu ihrem Betrieb seien weniger Ressourcen wie Wasser und Energie (Strom, Wärme) nötig, was der Umwelt guttue.

Ihr besonderer Vorteil sei aber die räumliche Flexibilität. Dank der geringen Größe seien die Tiny Houses meist transportfähig und könnten mit verhältnismäßig geringem Aufwand umgesetzt werden. Das sagte Thordies Hanisch, die baupolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion im niedersächsischen Landtag.

Bestandsschutz für Tiny Houses soll deren Umzug erleichtern

Dieser Vorteil werde derzeit jedoch dadurch begrenzt, dass jeder Standortwechsel rechtlich als Neubau gelte. Bei jedem Ortswechsel müssten so die jeweils geltenden Auflagen wie etwa beim Wärmeschutz erfüllt werden.

Das heiße schlimmstenfalls, dass eine neue Wanddämmung, eine neue Dachdämmung, ein neuer Boden und neue Fenster sowie neue Türen notwendig würden. Die Regelung sei für Neubauten gemacht und mache dort auch durchaus Sinn. Bei Tiny Houses würden diese Regelungen jedoch dazu führen, dass sie ihre Genehmigung verlören, obwohl sie grundsätzlich ressourcenschonender seien. Daher soll es nach Ansicht der SPD-Politikerin einen Bestandsschutz für diese Häuser geben. Dazu müsse auch Bundesrecht geändert werden, schreibt die Hannoversche Allgemeine Zeitung online.

Martin Bäumer von der CDU-Fraktion erklärte dazu im Landtag, dass man selbst bei einem Tiny-House-Umzug von Hannover nach Osnabrück am neuen Standort den aktuellen Effizienzstandard einhalten müsse, denn das Tiny House werde dort als Neubau behandelt. Allerdings werde zum Beispiel eine weitere Dämmung bei diesen Mikrohäusern schwierig.

Umzug aus einem größeren in ein Tiny House soll bezuschusst werden

Bäumer führte weiterhin aus, dass man darüber nachdenken müsse, Menschen einen Zuschuss zu zahlen, wenn sie aus einem größeren Haus in ein Tiny House zögen. Damit könne man diese neue Wohnform nachhaltig fördern.