Wenn die Müllabfuhr Umzugsmöbel irrtümlich als Sperrmüll entsorgt

 
Müllmänner in Neuss haben auf einer Sperrmülltour Möbel entsorgt, die der Besitzer während eines Umzugs zwischenzeitlich auf der Straße abgestellt hatte. Eigentlich sollte der Sperrmüll von Nachbarn mitgenommen werden.

 

Umzugsalbtraum: Möbel werden als Sperrmüll entsorgt

 
Franco Conti hatte während eines Umzugs Möbelstücke für ein paar Minuten vor der Haustür in der Hermannstraße in Neuss abgestellt, die er gleich im Auto verstauen wolle. wieder im Gebäude hörte er laut einem rp-online-Bericht laute Geräusche vor seiner Haustür. Die machten ihn stutzig. Als er daraufhin nachsah, was auf der Straße los sei, erschrak er:  Die Männer von der Abfall- und Wertstofflogistik (AWL) hatten soeben seinen Buchenholztisch in ihrem Fahrzeug entsorgt. Seinen Schreibtischstuhl konnte er gerade noch vor der Sperrmüllpresse retten.
„Die AWL-Mitarbeiter haben sich sofort mehrfach bei mir entschuldigt“, wird Conti von der Online-Zeitung zitiert.
Der Fall ergab sich, weil Nachbarn an Contis Umzugstag  Sperrmüll zu Abholung angemeldet hatten: „Wegen einer Baustelle auf unserer Straße hätte man schon auf die Idee kommen können, dass meine Möbel zu dem Wohnhaus gehören“, sagte Conti der Zeitung. Die Mitarbeiter der AWL haben Conti daraufhin geraten, sich an die Stadt zu wenden, um den irrtümlicherweise  entsorgten Tisch erstattet zu bekommen. Der Tisch sei laut Franco Conti rund drei Jahre alt und habe einst 600 Euro gekostet.

Schadensersatz gibt’s nur, wenn die Schadenshöhe belegt wird

 
Das mit der Erstattung erwies sich jedoch komplizierter als gedacht: Weil der geschädigte Conti den Kauf seines Tischs nicht per Quittung belegen konnte, suchte er online nach einem vergleichbaren Modell, um die ungefähren Schadenskosten zu benennen. Er habe die Unterlagen an das Rechtsamt der Stadt weitergeleitet und es sei nach dem Schriftverkehr zu einer telefonischen Vereinbarung gekommen. „Ich habe mich einverstanden erklärt, mit 50 Prozent der Schadenssumme zufrieden zu sein“, sagte Conti gegenüber rp-online.de. Doch anstelle der angeblich vereinbarten 300 Euro habe die Stadt Conti nur 150 Euro gezahlt. Darüber sei er sehr sauer gewesen, sagte Conti.
Die Stadt bestätige zwar den Vorfall, schreibt rp-online weiter, doch widerspreche sie der Version von Franco Conti. „Leider passiert es immer wieder mal, dass Mitarbeiter der AWL Dinge einladen, die nicht für den Sperrmüll gedacht waren“, heißt es demnach in einer schriftlichen Stellungnahme des Rechtsamtes. In Contis Fall seien zwei Hausnummern verwechselt worden.
Das Rechtsamt bestreite, dass es zu einer telefonischen Vereinbarung gekommen sei. Contis Problem sei laut Aussage des Amtes, dass er den Wert des Tisches nicht belegen könne. Die Beweislast sei in seinem Fall jedoch eindeutig: Derjenige, der einen Schadensersatz beziehungsweise Schadensanspruch geltend mache, habe die Höhe des Schadens zu beweisen. Aus dem Internet heruntergeladene Bilder seien demnach kein Beweis, schon gar nicht, um damit den Wert oder das Alter von Contis Tisch zu belegen. Es treffe zu, dass die Stadt nach Rücksprache mit ihrem Versicherer, dem Kommunalen Schadenausgleich westdeutscher Städte in Bochum, im Kulanzwege 150 Euro gezahlt habe, schreibt das Rechtsamt, für das der Fall damit erledigt sei.
Quelle: http://www.rp-online.de/nrw/staedte/neuss/muellabfuhr-entsorgt-moebel-bei-umzug-irrtuemlich-als-sperrmuell-aid-1.6648258